Es Lebkuchet sehr

Tjaaa, da hat es wohl das letzte Jahr ein технический перерыв gegeben – eine technische Pause… Gründe dafür gab es mehrere, aber vor allem hatte ich einfach keine Lust, mich außerhalb der Arbeit noch mit irgendwas am Computer zu beschäftigen. Aber neues Jahr, neues Blog, oder wie geht der Spruch?

Und gleich zu Beginn eine gute Nachricht – Meine Kollegin Christina und ich haben mal wieder gebacken! 2020 haben wir ja im Corona-Koller gleich mit einem quasi nicht zu übertreffenden Meisterwerk angefangen, hier zur Erinnerung (weil ich es ja glaub ich auch hier gar nicht gepostet hatte):

Lebkuchen-Basilius-Kathedrale, 2020

Deshalb haben wir uns dieses Jahr gedacht, machen wir mal lieber mehrere kleine, einfachere Objekte, dann geht das auch schneller. Dass bei der gleichen Menge Teig aber mehere kleine Bauwerke genauso viel Arbeit sind wie ein großes, ist uns so richtig erst am vierten Tag klargeworden… Insgesamt haben wir dann auch wieder über 20 Stunden damit verbracht und ungefähr 2kg Honig und 2kg Puderzucker verbraucht. Und bevor ich euch jetzt mit zu viel Text langweile, hier das Ergebnis. Entstanden sind vier kleine Kapellen, vier Spassky-Türme und ein Schwimmbad. Mit Beleuchtung. Ein bisschen stolz bin ich ja schon auf uns.

Taganrog – Belgorod

Letzte Woche durfte ich spontan mit 3 Kollegen auf einen Road Trip. Für den Weltspiegel waren wir zuerst in Taganrog, eine Stadt am Asovschen Meer, ca. 110 km von Mariupol entfernt, von Moskau 15 Stunden mit dem Auto.

Danach sind wir dann parallel zur Grenze wieder nach Norden gefahren und haben in Belgorod (ca. 80km von Charkiw) gedreht. Also die Kollegen haben gedreht – ich hatte den Vormittag frei, hab mir die Stadt angeschaut und Schokotorte gegessen.

https://www.instagram.com/p/Cb7VSWnA9mB29tc5WfAGD31b71Ba-dZxuFArls0/

Da fällt mir auf, dass ich ja gar keine Instagram-Beiträge mehr einbetten kann, weil ich mein Konto auf privat umgestellt habe. Ups.

Das Ende der Welt – Teriberka

Also wenn irgendein Dorf tatsächlich am Ende der Welt liegt, dann Teriberka.

Ein Fischerdorf mit ca. 2000 Einwohnern am Ufer der Barentssee, zu dem genau eine Straße führt. Wenn es frisch geschneit hat, kann die auch mal ein paar Tage unpassierbar sein.

Eine Sache, die man dort sehr gut fotografieren kann, sind verlassene und verrottende Fischerboote. Keine Ahnung, warum es sich anscheinend nicht lohnt, die wegzuräumen.

Der hohe Norden – Murmansk

Statt in die Berge zum Skifahren war ich diesen Winter mal ganz im Norden Russlands, nur ein paar Stunden von den Grenzen zu Finnland und Norwegen entfernt.

Mit dem Zug ist man von Moskau aus ungefähr 36 Stunden unterwegs.

Und, was soll ich sagen, es ist da sehr schön. Murmansk selbst ist eher nicht so beeindruckend, aber die Landschaft in der Umgebung – einfach toll. Und natürlich die Nordlichter:

Chisinau – wo ist das denn?

…Das wusste ich bis vor einem Monat auch nicht. Dann wurde ich unerwartet gefragt, ob ich nach Moldau mitfahren würde. Oder Moldawien. Oder Wie heißt das Land zwischen Rumänien und der Ukraine jetzt genau? Musste ich alles erst mal googlen.

Tatsächlich ist Moldau ein sehr fortschrittliches kleines Land, mit netten Menschen, die ähnlich wie Schweizer oder Belgier oft mindestens zwei Sprachen sprechen. Verkehrssprachen sind Rumänisch (Moldawisch) und Russisch, aber Englisch ist auch ziemlich verbreitet. Das Internet ist eins der besten der Welt, und ein sehr großer Teil der Autos sind Hybridautos, die zusätzlich auf Gas nachgerüstet sind. Letzteres kommt daher, dass Gas (und Strom, der aus Gas gewonnen wird) bis vor Kurzem immer extrem günstig waren. Mit dem neuen Liefervertrag von Gasprom ändert sich das leider, so dass das zweitärmste Land Europas vielleicht in Zukunft noch ärmer wird.

Also wenn ihr Lust habt, mal ein interessantes Urlaubsziel auszuprobieren und den dortigen Tourismus zu unterstützen – Moldau ist zur Zeit noch ein Geheimtipp. Dort wird übrigens auch sehr viel Wein angebaut.

Außerdem gibt es dort viel interessantes zu entdecken – zum Beispiel die abtrünnige Region Transnistrien mit eigener Regierung und eigener Plastikwährung, die von niemandem anerkannt ist, aber deren Fussballmannschaft (Sheriff Tiraspol) in der Championsleague spielt.

Kirchen, Klöster und QR-Codes

Am Sonntag war ich endlich mal in einer der Städte rund um Moskau, die dem “goldenen Ring” angehören – nämlich in Susdal. Gefühlt kommen dort auf einen Einwohner zwei bis drei Kirchen, es gibt einfach Unmengen davon. Außerdem gibt es mindestens 3 Klöster, zwei für Frauen, eins für Männer. Angeblich soll es früher zwischen einem der Frauenklöster und dem Männerkloster einen Tunnel gegeben haben. Leider ist der irgendwann verschütt gegangen.

In Susdal gibt es auch ein paar Museen, von denen wir zumindest eins interessant genug fanden, um es uns anzusehen. Allerdings sind wir nur bis zum Eingang gekommen, wo uns gleich jemand mit QR-Code-Lesegerät entgegenkam. Da wir keine hatten (kriegt man zur Zeit als Ausländer nur mit PCR-Test, weil sich die Impfung nicht mit dem russischen Bürgerportal verknüpfen lässt), haben wir die Holzarchitektur eben nur von weitem durch den Zaun gesehen. Naja, man muss ja auch noch was für den nächsten Besuch übrig lassen.

Eine Zugfahrt, die ist lustig

Da man die Seite hier nicht so gut unterwegs updaten kann, bin ich auf Instagram umgestiegen. Das geht einfach schneller und unkomplizierter… Also wer mir auf Instagram folgt, für den ist ab jetzt alles ein alter Hut. Leider kann man Insta-Stories nur sehen, wenn man angemeldet ist, ich hänge die Links aber trotzdem mal an…

Jedenfalls habe ich dieses Jahr beschlossen, meinen Urlaub in Russland zu verbringen. Und was ist das erste, was man dort als Tourist unbedingt gesehen haben muss? Richtig, der Baikalsee. Und weil ich unnötiges Fliegen doof finde, bin ich dorthin mit dem Zug gefahren. Entfernung: Ca. 5000km – dreieinhalb Tage hin und dreieinhalb Tage zurück.

Beim Buchen dachte ich mir dann, dass es vielleicht besser wäre, nicht die komplette Strecke am Stück zu fahren, also hab ich auf dem Hinweg einen Zwischenstopp in Nowosibirsk und auf dem Rückweg in Krasnojarsk eingebaut, was im Nachhinein betrachtet nicht unbedingt nötig war, sich aber trotzdem sehr gelohnt hat. 🙂

Hier also in Chronologischer Reihenfolge ein paar Fotos…

Die ganze Zugfahrt als Insta-Story: https://www.instagram.com/stories/highlights/18086792935281869/

Nächster Halt: Nowosibirsk

Nächster Halt: Irkutsk

Nächster Halt: Listvyanka

Insta-Story Irkutsk, Baikalsee, Olchon: https://www.instagram.com/stories/highlights/17887478207317672/

Insta-Story Great Baikal Trail: https://www.instagram.com/stories/highlights/17889209096381251/

Nächster Halt: Insel Olchon

Nächster Halt: Krasnojarsk

Insta-Story Krasnojarsk: https://www.instagram.com/stories/highlights/17933194645644073/

Nizhny Novgorod

Hui, da bin ich mal eine Weile in der Versenkung verschwunden…

Irgendwie geht Instagram halt doch schneller, und ich hatte einfach absolut keinen Bock hier noch zusätzlich was zu schreiben. Aber natürlich ist seit dem letzten Update einiges passiert. Das wichtigste: Ich bin geimpft! Viele Russen sind skeptisch und misstrauen dem russischen Impfstoff Sputnik V, und die Impfbereitschaft ist sehr niedrig. Vielleicht darf sich deshalb in Moskau jeder impfen lassen, ohne Priorität, und es ist auch überhaupt kein Problem, Termine zu kriegen… Und nachdem ich mich ein bisschen schlau gemacht hatte, hab ich (wie auch ein paar meiner Kollegen, siehe Video) beschlossen, dass egal welcher Impfstoff besser ist als kein Impfstoff, und die Gelegenheit genutzt.

Und jetzt endlich, nachdem ich mich ein Jahr lang fast nur innerhalb von Moskau in fußläufiger Entfernung meiner Wohnung bewegt habe, hab ich mich getraut, mal eine kleine Zugreise übers Wochenende zu unternehmen. Die Wahl fiel irgendwie zufällig auf Nizhny Novgorod (oder Nischnij Nowgorod, immer schwierig mit der lateinischen Schreibweise) weil es ein gutes Ziel für zwei Tage ist – nicht zu weit weg, schön, aber nicht zuuu viel zum Anschauen so dass man es gemütlich angehen kann…

Züge in Russland sind deutlich breiter als in Europa, so dass man auf jeder Seite 3 Sitze und einen relativ breiten Gang in der Mitte hat. Angeordnet sind sie immer als 6er-Gruppe, so dass es sich ein bisschen anfühlt wie mit einer sehr schnellen S-Bahn (150km/h) von Stuttgart nach Köln zu fahren. Natürlich gibt es Maskenpflicht, und natürlich hält sich kein Mensch daran, da fällt man dann sofort wieder als Touri auf. Zum Glück bin ich ein geimpfter Touri, sonst wäre mir das Risiko wahrscheinlich immer noch zu groß… Dadurch, dass in Russland mittlerweile wieder alles normal geöffnet ist, die Grenzen aber noch geschlossen sind, ist jetzt aber ein guter Zeitpunkt zum Reisen und Dinge anschauen, weil es nicht überfüllt ist und man nirgends anstehen muss.

So, und hier noch der Instagram-Beitrag – weil ich zu faul bin, die Fotos nochmal extra hochzuladen.

Samstagsspaziergang: Tsaritsyno

Tsaritsyno ist ein Freilichtmuseum mit Palast und Park, in Auftrag gegeben von Katharina der Großen im 18. Jh.

Es gibt schön angelegte Gärten, Seen, kleine Pavillons und viele Brücken. Für uns war das Hauptargument, dass man dort einfach mal Corona-konform ein bisschen in der Natur spazierengehen kann – der hintere Teil ist ein richtiger kleiner Wald komplett mit Matschwegen und Sumpf, in dem wir unerwarteterweise noch auf eine art Altar für drei heidnische Götter stießen…

Samstagsspaziergang: Neujungfrauen-Kloster

In dieses Kloster aus dem 16. Jh. wurden früher oft unbequeme Frauen abgeschoben, die man loswerden wollte. In Zeiten des Sozialismus war es ein Museum, dann kamen irgendwann wieder Nonnen, und heute ist es eine Mischung aus Kloster und Museum… Es liegt in einem wunderschön angelegten Park, und hat einen angeblich sehr beeindruckenden Friedhof mit dabei, auf dem viel russische Prominenz begraben liegt. Der war leider geschlossen, dafür war im Kloster der Eintritt frei, denn es wird, wie so vieles, zur Zeit renoviert…

Aber auch schon auf dem Weg dorthin (irgendwas zwischen 1 und 2 Stunden zu Fuß von mir aus, je nachdem welchen Weg man nimmt) findet man jede Menge interessante Fotomotive. 🙂

Für größere Ansicht und Beschreibung draufklicken.